Kuratorium Knochengesundheit e.V.

Osteoporose

Der Begriff Osteoporose leitet sich aus den altgriechischen Wörtern „oστέον“ für Knochen und „πώρος“ für Tuffstein ab. Der Vergleich mit der zu Stein gewordenen Vulkanasche charakterisiert das Krankheitsbild der Osteoporose sehr treffend.

“Die Osteoporose ist eine Erkrankung, charakterisiert durch eine niedrige Knochenmasse und eine Verschlechterung der Mikroarchitektur des Knochengewebes, die zu einer erhöhten Knochenbrüchigkeit und zu einem konsequenten Ansteigen des Frakturrisikos führt.“ (Weltgesundheitsorganisation 1994)

Knochenstruktur

Menschen mit einer Osteoporose können sich ihre Knochen bereits bei alltäglichen Belastungen brechen. Besonders gefährdet sind die Wirbelkörper, der hüftnahe Oberschenkel und der Unterarm. Die Osteoporose zählt zu den gesundheitlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. In Deutschland sind 26 % der Bevölkerung über 50 Jahren von Osteoporose betroffen, insgesamt 7,8 Millionen Menschen: 6,5 Millionen Frauen und 1,3 Millionen Männer. Aufgrund des demografischen Wandels werden in 10 Jahren knapp 40 % der Bevölkerung über 50 Jahren betroffen sein. Von den 7,8 Mio. Osteoporose-Patienten erleiden jedes Jahr 4 bis 5% eine Fraktur. Die Krankheitskosten der Osteoporose werden auf insgesamt 5,4 Mrd. Euro pro Jahr hochgerechnet; allein die Versorgung von Knochenbrüchen verschlingt davon über 60% (= 3,3 Mrd. Euro). Damit gehört die Osteoporose zu den teuren Volkskrankheiten.

Die Internationale Klassifikation der Krankheiten unterscheidet:
  • Osteoporose mit pathologischer Fraktur,
  • Osteoporose ohne pathologische Fraktur,
  • Osteoporose bei anderenorts klassifizierten Krankheiten.

Manifeste Osteoporose:
Von einer manifesten Osteoporose spricht man, wenn bereits eine oder mehrere Frakturen als Folge der Osteoporose aufgetreten sind.

Osteopenie
Die Osteopenie ist eine mäßige Minderung der Knochendichte, ohne dass bereits eine Osteoporose vorliegt. Nicht jeder Mensch mit einer Osteopenie entwickelt zwangsläufig eine Osteoporose.

Primäre Osteoporose
Liegt die Ursache der Krankheit im Knochen selbst, spricht man von einer primären Form der Osteoporose. Diese ist alters- und geschlechtsabhängig. Am häufigsten werden die postmenopausale Osteoporose (= Osteoporose der Frau nach den Wechseljahren) und die Osteoporose im höheren Lebensalter bei Frauen und Männern beobachtet. Die Pathogenese ist multifaktoriell.

Sekundäre Osteoporose
Wird die Osteoporose durch eine andere Erkrankung oder deren Therapie (mit)verursacht, spricht man von einer sekundären Form der Osteoporose.